Die Keto Grippe und was du dagegen tun kannst

Die Keto Grippe und was du dagegen tun kannst - keto-ratgeber.de

Du hast dich also dazu entschlossen einen gesünderen Lebensweg einzuschlagen und deine Ernährung umzustellen. Du liest all die großartigen Ergebnisse und hoffst darauf, ebenso schnell abzunehmen und vor Energie nur so zu strotzen. Dein Körper ist da aber erst einmal anderer Meinung, denn er muss erst einmal verstehen, dass er ab sofort Fett als Energie nutzen soll. Was du erleben wirst sind häufig vorkommende Nebenwirkungen auf den Kohlenhydratentzug, besser bekannt als die Keto Grippe.

Keine Lust zu lesen? Hier findest du den Artikel als Audio.

Ja, es ist richtig, die ketogene Ernährung ist eine eingeschränkte Ernährungsform, das braucht man nicht zu bestreiten, schließlich werden Kohlenhydrate zum größten Teil aus unserem Alltag gestrichen. Aber so negativ wie die Medien Low Carb und Keto mit Crash Diäten oder extremen Ernährungsformen verbinden, ist die ketogene Ernährung bei weitem nicht. Kohlenhydrate sind so ein bequemes Kissen für den Körper, wir sind Kohlenhydrate und Zucker gewohnt und es liefert ganz einfach Energie, gleichzeitig sind sie aber auch Auslöser für viele Krankheiten und der Grund warum viele Menschen Übergewichtig sind.

Keto ist weder „extrem“, noch eine Crash Diät. Die ketogene Ernährung ist eine gesunde Lebensweise und ein erfolgreicher Weg zur Fettverbrennung und besserem Wohlbefinden, letztendlich ist der Zustand der Ketose ein normaler, menschlicher Stoffwechsel. Nun, eine Nebenwirkung gibt es hin und wieder doch zu berichten, die so genannte „Keto Grippe“ welche Aufgrund grippeähnlicher Symptome auf dem Weg zur Adaption diesen Namen bekommen hat. Doch gleich ein Trost, die Symptome sind weder gefährlich, noch halten sie lange an, lediglich bei der Umstellung auf eine kohlenhydratreduzierte Ernährung können diese auftreten. Mit ein paar kleinen Tipps bekommt man diese aber genauso schnell wieder weg, wie sie kamen.

Die Symptome der Keto Grippe

Jeder Mensch ist anders und so empfindet jeder den Verzicht auf Kohlenhydrate anders. Der eine kann schlagartig komplett darauf verzichten und spürt nichts, der andere tastet sich langsam heran und hat bereits am nächsten Tag Beschwerden. Es muss nicht zur Keto Grippe kommen und vor allem bezweifle ich, dass du bei der Umstellung zur Ketose alle Symptome erfahren wirst, meist bleibt es bei ein oder zwei Wehwehchen.

  • Kopfschmerzen & Übelkeit
  • Schwindel & Müdigkeit
  • Benebelt
  • Reizbarkeit
  • Schnupfnase
  • Schlafstörung
  • Muskelkrämpfe
  • Stimmungsschwankungen

Aufgrund der Keto Grippe, oder besser gesagt der Übergangs-Erscheinung schmeißen viele Menschen das Handtuch und befürchten ihr Körper kommt mit dem reduzierten Maß an Kohlenhydraten nicht zurecht. Die Symptome sind jedoch keine Warnsignale, sondern eher Zeichen, dass dem Körper die Kohlenhydrate ausgehen und er nun noch nicht weiß wie ihm geschieht. Nun heißt es, dem Körper beizubringen Fett als Energiequelle zu nutzen. Damit die Symptome uns die Umstellung in die Ketose nicht unnötig schwer machen, gibt es ein paar einfache Mittel um diese zu behandeln.

Aber wie lange hält die Keto Grippe an? Dies ist von Person zu Person unterschiedlich und auch ob man vorher schon einmal ketogen gelebt hat, oder es die erste Umstellung sein wird. Wenn ich mich recht erinnern kann, fühlte ich mich rund eine Woche richtig schlapp und hatte Kopfschmerzen, es kann aber sogar bis zu zwei Wochen oder länger dauern, bis die Symptome vollständig verschwunden sind und von den Vorteilen der Ketose abgelöst werden.

Solltest du also während der Umstellung die grippeähnlichen Symptome verspüren, lautet der wichtigste Tipp von allen: DURCHHALTEN! Es wird sich lohnen. Auch wenn der Drang nach Süßigkeiten, Zucker, Brot usw. noch so groß sein wird. Hat sich dein Körper erst einmal umgestellt, wird es dir leicht fallen, auf ungesunde Kohlenhydrate zu verzichten. Der Zustand der Ketose bringt Unmengen an Vorteile mit sich, du wirst keinen Heißhunger mehr verspüren, bist lange satt und das Verlangen nach Süßkram gehört der Vergangenheit an. Zucker macht süchtig! Und der Entzug bringt eben ein paar harmlose Symptome mit sich, hat man diese Hürde überwunden, verschwindet auch das Verlangen danach.

Die 4 wichtigen Regeln

Trinke genug

Durch das Leeren der Glykogenspeicher und dem niedrigen Insulinspiegel verliert der Körper eine Menge Wasser, dies gilt zu kompensieren. Du wirst merken, wie der Körper plötzlich durstiger ist als sonst, also trinken! Am besten eignet sich hier natürlich Wasser.

Je größer du bist, desto mehr Wasser wirst du in der Übergangsphase verlieren, und natürlich musst du dann auch wieder umso mehr Wasser auffüllen. Grundsätzlich solltest du in den ersten Wochen ungefähr 3 Liter Wasser am Tag zu dir nehmen.

Salz / Elektrolyte

Da der Körper Wasser verliert, werden auch Elektrolyte, vor allem Natrium aus dem Körper geschwemmt. Der niedrige Insulinspiegel signalisiert der Nieren nicht mehr, Wasser und Natrium zu speichern, also salzt euer Essen ordentlich und mischt eine Prise Salz in euer Wasser. Alternativ kann man natürlich mit Elektrolytepulver nachhelfen. Der einfachste Weg jedoch ist der Griff zu Lebensmitteln mit einem hohen Elektrolytewert:

Natrium – Salz, Bacon, Essiggurken und Brühe.

Magnesium – Mandeln, Nüsse, Fisch, Spinat und dunkle Schokolade.

Kalium – Avocados, Nüsse, Lachs, Pilze, Spinat und Grünkohl.

Kalzium – Mandeln, Käse, Blattgemüse, Brokkoli und Meeresfrüchte.

Ich persönlich bevorzuge die Zugabe eines Elektrolytepulvers, da ich so auf Nummer sicher gehen kann. Durch die Zugabe der Elektrolyte hatte ich nie größere Probleme während der Umstellung. Das Pulver von Body & Fit ist mein absoluter Favorit und kann ich bedenkenlos empfehlen.

Generell solltest du in den ersten Wochen auf deinen Körper hören, bekommst du Kopfschmerzen, fühlst dich schlapp oder schwummrig, greife zu einem Glas Wasser mit einem halben Teelöffel Salz oder eben noch besser Elektrolytepulver. Damit solltest du die genannten Symptome innerhalb weniger Minuten wieder in den Griff bekommen.

Iss mehr Fett

Da euer Körper nun die Lieblingsenergiequelle (da sehr bequem) Kohlenhydrate verloren hat, greift er auf Fett als Energie zurück. Gerade in der Übergangsphase, wenn der Körper noch nicht auf die eigenen Reserven zurückgreift, sollte man ausreichend gute Fette zu sich nehmen. Der Körper kann tierische Fette nicht sofort zu Energie umwandeln, da diese einen langen Weg durch das Lymphsystem zurücklegen müssen, bevor sie in der Leber landen und umgewandelt werden.

Hier hilft dir MCT Öl zu einer schnelleren Keto-Adaption. MCT Öl besteht aus mittelkettigen Triglyceriden die ohne Umwege in der Leber landen und dort in Ketone umgewandelt werden. Mehr über MCT Öle kannst du in dem Artikel über MCT Öle bei bulletproof-ratgeber.de nachlesen, dort findest du auch die derzeit besten MCT Öle am Markt.

Die ketogene Ernährung beinhaltet ausreichend gesunde Fette, aber in der Übergangsphase sollte man den Fetten besondere Aufmerksamkeit schenken und die Fettzufuhr erhöhen, bis dein Körper gelernt hat, Fett in Ketone umzuwandeln und sich mehr oder weniger selbst um die Energiebeschaffung kümmert.

Gute Nacht

Schlaf ist ein absolut wichtiger Faktor, nicht nur in der Ketose, im Leben generell. Guter Schlaf kann Stress reduzieren und hält somit den Cortisolspiegel im Griff. Cortisol ist ein Stresshormon welches die Symptome der Keto Grippe verschlimmern und die Adaption erschweren kann. Nehmt eure Nachtruhe ernst und versucht zwischen 7 und 9 Stunden Schlaf zu bekommen. Genügend Schlaf gibt eurem Körper die Energie, sich auf die Stoffwechselumstellung zu konzentrieren.

Was genau verursacht die Keto Grippe?

Es gibt verschiedene Gründe dafür, dass dein Körper mit den genannten Symptomen reagiert, die zwei gängigsten wären:

Keto bedeutet Veränderung

Dein Körper war es lange Zeit gewohnt wenig Fett, stattdessen aber eine hohe Menge Kohlenhydrate zu bekommen, nun drehen wir den Stoffwechsel komplett um. Damit dein Körper Fett als Energie verwenden kann, muss er spezielle Enzyme herstellen, welche zu Anfang noch nicht ausreichend vorhanden sind. Dadurch kann es passieren, dass die Energie noch nicht ausreicht und man sich benommen und schlapp fühlt.

Keto wirkt entwässernd

Eine stark kohlenhydratarme Ernährung wirkt entwässernd, was gleichzeitig zu einem Verlust von Elektrolyten führt. Diese sollten natürlich wieder aufgefüllt werden, am einfachsten geht dies mit einer salzigen Brühe, oder du gibst eine Prise Salz in dein Wasser.

Kurz zusammengefasst

Die Keto Grippe ist eine natürliche Reaktion deines Körpers auf den Kohlenhydratentzug, welche nach ungefähr 24-48 Stunden nach leeren des Glykogenspeichers eintreten kann und typischerweise nach ein oder zwei Wochen wieder verschwindet. Natürlich kann es bei dem einen oder anderen länger andauern, aber kein Grund zur Panik, es geht vorbei.

Dein Körper braucht ein wenig Zeit, um zu lernen, halte durch und unterstütze ihn, wie du dies am besten tust, hast du ja in diesem Artikel erfahren. Hast du noch weitere Tipps, wie man am besten mit der Keto Grippe umgehen sollte? Dann hinterlasse uns gerne einen Kommentar und wir erweitern unseren Artikel.

>